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Dipl.-Ing. Harald Diercks
Vereidigter Sachverständiger der
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Dorfstraße 27
21712 Großenwörden
Tel.  04775-788 
Fax. 04775- 488


Naturschutz in unserer Region

Wiedervernässung  Hohes Moor

Projektpartner: Landkreis Stade
Naturschutzamt


Bilder von Ralf A. Diercks, Großenwörden


 



 


 



 


 



 
  Für die Wiedervernässung des Hohen Moores zwischen Stade und Bremervörde stellt die EU-Kommission gut 1,2 Millionen Mark (644000 Euro) aus dem Programm „Life-Nature“ zur Verfügung. Das Land Niedersachsen, so die Sprecherin des Umweltministeriums, Jutta Kremer-Heye, wird sich mit der gleichen Summe an der Renaturierung des Moores beteiligen. Insgesamt stehen damit rund 2,5 Millionen Mark zur Verfügung. Bundesweit unterstützt die EU in diesem Jahr sechs Naturschutzprojekte mit dem „Life“-Programm. Im Land Niedersachsen, so Kremer- Heye, seien in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Projekte mit EU-Mittel ausgestattet worden, darunter Maßnahmen zum Biberschutz in den Elbtalauen und zur Rettung des Wachtelkönigs an der Niederelbe. Das Hohe Moor, so Projektleiter Helmut Bergmann von Stader Kreis-Naturschutzamt, besitze herausragende ökologische Bedeutung.
Gemeinsam mit der Bezirksregierung Lüneburg hat die Stader Behörde deshalb bereits seit 1975 begonnen, die ökologisch wertvollsten Flächen aufzukaufen – bis heute über 300 Hektar. Vom insgesamt 780 Hektar großen Hochmoorkörper sind rund 650 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“.
Doch trotz Unterschutzstellung drohte dem Moor die Austrocknung. Bergmann: „Etwa 60 Hektar im
Naturschutzgebiet sind deshalb in den vergangenen Jahren bereits wieder vernässt worden.“ Mit den jetzt bewilligten Mitteln soll das gesamte Naturschutzgebiet wieder die Chance bekommen, ein wachsendes Hochmoor zu werden. „Eine äußerst gute Nachricht für den Naturschutz“, so der  ehemalige Stader Landrat Gunter Armonat, der gleichzeitig auf die zunehmende Bedeutung von EU-Mitteln im Umweltschutz verweist. Erste Erfolge zeichnen sich ab. So ist der Kranich als Brutvogel ins Hohe Moor zurückgekehrt.
 
 


 


 


 


 


 

 

 

Die geheimnisvolle Landschaft des Hohen Moores zwischen Oldendorf und Elm, Estorf und Hagenah steht als Natura-2000-Gebiet unter dem Schutz der Europäischen Union.
 



 
 


 

653 Hektar Naturschutz
Kraniche, Kreuzottern, Adler: EU schützt Sumpfgebiet

Bei Oldendorf liegt eine einzigartige Landschaft, die unzähligen vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen sicheren Lebensraum bietet.





Die Landschaft des "Hohen Moores" zwischen Oldendorf und Elm, Estorf und Hagenah ist ein Naturschutz-Areal von rund 854 Hektar steht als Natura-2000-Gebiet unter dem Schutz der Europäischen Union und ist ein Refugium für unzählige vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen.

Der mit 653 Hektar größte Teil des rund 6000 Jahre alten Moores wurde 2001 bis 2006 gezielt wiedervernässt. Seltene Hochmoorpflanzen wie Sonnentau und Torfmoose vermehren sich inzwischen wieder. Kranich, Schwarzhalstaucher, Sumpfohreule, Ziegenmelker, Waldschnepfe, Wachtelkönig, Kornweihe und Fischadler sind wieder heimisch und brüten sogar. Moorfrosch, Ringelnatter, Kreuzotter und Blindschleiche finden im Hohen Moor ebenso Überlebensräume wie 20 Libellenarten und rund 56 gefährdete Falterarten, darunter Raritäten wie die Heidelbeer-Garteneule oder der Argus-Bläuling.
Der sogenannte "Körper" des Hohen Moores ist noch weitgehend erhalten, obwohl von den 1830er- bis in die 1970er-Jahre Torfabbau im Handstich-Betrieb die ursprüngliche Form veränderte und dem Moor sein Lebenselixier - das Wasser - entzog.
"Mit den niedersächsischen Moorschutzprogrammen aus den Jahren 1981 und 1986 wurde eine wesentliche Grundlage zum Schutz dieser Gebiete geschaffen", erklärt Helmut Bergmann, seit mehr als 20 Jahren Hochmoor-Experte beim Naturschutzamt des Landkreises Stade. "Erst die Anhebung des Wasserstandes ermöglichte Anfang der 80er-Jahre die ökologische Wende im austrocknenden Regenmoor."

Voraussetzung dafür waren kontinuierliche Flächenaufkäufe durch das Land Niedersachsen (105 Hektar) sowie den Landkreis Stade (360 Hektar) und den Landkreis Rotenburg/Wümme (2,6 Hektar). Auch das 1,29 Millionen Euro umfassende "LIFE-Natur-Projekt", das zur Hälfte von der EU finanziert wird, sorgte dafür, den Wasserstand des Hohen Moores so zu erhöhen, dass die typische Flora und Fauna wieder eine Zukunft hat. Das Land Niedersachsen als Projektträger steuerte dafür 542.000 Euro bei. Der Landkreis Stade stellte für gut 100.000 Euro Personal zur Verfügung. Im Rahmen des LIFE-Projekts erwarb das Land Niedersachsen zudem nochmals rund 85 Hektar Moorland.
Lebendige Hochmoore benötigen ein ausgeglichenes Feuchtklima. Weil sie nur etwa einen Millimeter pro Jahr wachsen, nimmt der Entstehungsprozess Jahrhunderte bis Jahrtausende in Anspruch.
Die Bildung von Hochmooren begann in Niedersachsen nach der letzten Eiszeit vor etwa 8000 Jahren. An nassen Stellen siedelten sich erste Torfmoose an und wucherten immer üppiger. Nachdem der sich bildende Torf langsam aus dem Grundwasser herauswuchs, entwickelte sich eine Hochmoorstruktur. Hochmoore sind einzigartige Landschaftselemente, die ohne Wasser nicht existieren könnten. Wie voll gesogene Schwämme liegen sie in der Landschaft. Sie speisen sich allein durch Regenwasser und sind fast ausschließlich aus vielfarbigen Torfmoosen aufgebaut.
Einige Torfmoosarten speichern mehr als das 25-fache ihres Trockengewichtes an Wasser. Sie vertragen kurzes Austrocknen und sind optimal an die nährstoffarmen Bedingungen im Moor angepasst. Zudem schaffen sie durch Abgabe von Protonen etwas Einmaliges in der Pflanzenwelt: Torfmoose machen Hochmoorwasser sauer wie Zitronensaft. Das bringt für andere Pflanzenarten ein lebensfeindliches, extrem saures Milieu. Nur wenige niedrige Sträucher und Gräser können hier wachsen. Größere Gehölze kommen erst in den Bereichen vor, die schon ausgetrocknet waren. Der hohe Wasserstand verhindert eine Belüftung der Bodenoberfläche, so dass kaum eine Zersetzung der Pflanzenreste erfolgt. So entsteht Torf.