Fundamenterder
- Ringerder
DIN 18014 - Abnahmeprotokoll
mit Fotodokumentation und Messung! (Formblatt)
Ohne
Abnahmeprotokoll mit Fotodokumentation künftig für Neubauten kein
Zähler!
Die Forderung nach einer Dokumentation mit Verlegeplänen,
Ausführungsfotos und einem Schlussbericht mit Messwerten erfordert eine
einwandfreie Montage.
Fachhandwerker der Elektro
und Blitzschutzgewerke sind hierfür bestens geeignet. Die lang
gepflegte Praxis, Fundamenterder durch nicht oder ungenügend geschulte
Bauhandwerker ausführen zu lassen, sollte damit vorbei sein.
Bauherr, Architekt und
Bauunternehmer sind gut beraten, wenn sie diesen wichtigen Teil der
Gebäudetechnik gewissenhaft ausführen lassen.
Elektrotechnische und informationstechnische Systeme sind
unverzichtbarer Bestandteil im Alltag.
Der gefahrlose Umgang mit diesen und deren ständige Verfügbarkeit sind
nicht selbstverständlich.
Umfangreiche Netzwerke der Energieversorgung sowie weitverzweigte
Datennetzwerke bieten reichlich Möglichkeiten, in denen durch
Beschädigung oder Überbeanspruchung Gefahrensituationen für Menschen
und Tiere entstehen oder durch deren Ausfall Datenverluste und
Behinderungen zu enormen wirtschaftlichen Schäden führen. Maximale
Sicherheit und Verfügbarkeit ist nur möglich wenn diese anspruchsvollen
Systeme orientiert an den anerkannten Regeln der Technik errichtet
werden.
Basis für den gemeinsamen Betrieb dieser komplexen Netzstrukturen ist
der Potentialausgleich und die
damit verbundene Erdungsanlage. Die Anforderungen zur Errichtung eines
Fundamenterders nach DIN 18014 wurde im September 2007 aktualisiert.
Die unterschiedlichen Ausführungen von Fundamenten neu zu errichtender
Gebäude, die entweder mit wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton)
ausgeführt werden, mit Bitumenbahnen (Schwarze Wanne) abgedichtet
werden oder mit einer Perimeterdämmung wärmeisoliert werden, muss ggf.
zusützlich zum Fundamenterder ein Ringerder mit Bandstahl mit den Maßen
30 x 3,5 mm aus nichtrostendem Edelstahl V4A verlegt werden.
Fundamenterder
(Bandstahl 30
x 3,5 mm, verzinkt)
In DIN 18015 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“ und den technischen
Anschlussbedingungen(TAB) der Verteiler Netzbetreiber (VNB) wird der
Fundamenterder gefordert. Dieser wird nach DIN 18014 errichtet und
dient den Zwecken;
Erdfehlerströme und
Schutzleiterströme zur Erde führen (DIN VDE 0100-540)
Erhöhung der Wirksamkeit des Schutzpotentialausgleiches (DIN VDE
0100-410)
Potentialausgleich und Erdung für Gebäude mit Einrichtungen der
Informationstechnik
(DIN VDE 0800-2-310)
Erfüllung der EMV-Richtlinie 2004/108/EG (EMVG 2007)
Erdungsanlage für den äußeren Blitzschutz (DIN VDE 0185-305-3)
Überspannungsschutzes (DIN VDE 0100-444)
Schutzerdung von Antennenanlagen (DIN VDE 0855)
Der Fundamenterder mit einer
max. Maschengröße von 20 m x 20 m (Bild 1) ist in den Fundamenten für
die Außenwände oder der Fundamentplatte entsprechend anzuordnen und
alle 2 Meter mit der Bewehrung elektrisch leitfähig zu verbinden. Eine einfache Möglichkeit ist die Verbindung mit
geeigneten Schraubklemmen. Die Forderung der elektrischen Kontaktierung
der Bewehrung nach DIN VDE
0185-305-3 für Blitzschutz ist somit ebenfalls erfüllt.
Ringerder
(Bandstahl 30
x 3,5 mm aus nichtrostendem Edelstahl V4A)
Erder
außerhalb der Fundamente In Gebäuden, in deren Kellergeschoß
Maßnahmen zur Wärmeisolierung oder gegen das Eindringen von drückendem
Wasser vorgesehen werden ist die Erderwirkung nicht mehr gegeben. In
DIN 18014 wird hierfür ein Ringerder gefordert, der unterhalb des Fundamentes
erdfühlig verlegt werden muß.
DEHN-Abstandshalter 290 001 zur Lagefixierung des Erders Anordnung des
Erders bei Perimeterdämmung
Wird eine Perimeterdämmung nur an den Umfassungswänden verwendet, ist
eine bestimmte Erdfühligkeit
für den Fundamenterder
noch gegeben. Eine
Maschenweite des Fundamenterders von 20 m x 20 m ist ausreichend.
Wird die
Perimeterdämmung sowohl an den Wänden als auch unter der Bodenplatte
verlegt, ist die erforderliche Erdfühligkeit nicht mehr gegeben (Voll-
Perimeterdämmung). Der
Fundamenterder muss als Ringerder unter der
Bodenplatte im Erdreich oder in der Sauberkeitsschicht im Raster von 10
x 10 Meter verlegt werden (DIN 18014, Abs. 6.2). Für den
Potentialausgleich bei Blitzschutzsystemen oder für EMV-Zwecke ist im
Fundament ein zusätzlicher Rund- oder Bandstahl (empf. Maschennetz = 20
m x 20 m) zu verlegen.
Fundamenterder und Ringerder sind niederohmig (kleiner als 1 Ohm) zu
verbinden.
Anschlussteile zur Anbindung der Potentialausgleichsschiene (zum
Schutzpotentialausgleich)
sind in der Nähe des elektrischen Hausanschlusses anzuordnen.
Begriffe (DIN
18014:2007-09)
Erder – leitfähiges Teil, das in das Erdreich oder in ein
anderes bestimmtes leitfähiges Medium, zum
Beispiel Beton, das in Kontakt mit der Erde steht, eingebettet ist.
Fundamenterder – leitfähiges Teil, das im Gebäudefundamentes, im
Allgemeinen als geschlossener
Ring, eingebettet ist.
Ringerder - leitfähiges Teil, das als geschlossener Ring
erdfühlig in das Erdreich bzw. in die
Sauberkeitsschicht eingebettet ist.
Erdungsanlage – Gesamtheit der zum Erden eines Netzes, einer
Anlage oder eines Betriebsmittels
verwendeten elektrischen Verbindungen und Einrichtungen (z.B. Mastfüße,
Bewehrungen,
Kabelmetallmäntel) und Erdungsleiter.
Anschlussteil – ein elektrisch leitendes Teil des
Fundamenterders/Ringerders, das es ermöglicht,
diesen mit anderen leitfähigen Teilen zu verbinden,
-der Potentialausgleichschiene für den Schutzpotentialausgleich,
-der Ableitungen eines Blitzschutzsystems,
-sonstigen Konstruktionsteilen aus Metall,
- zusätzlichen Potentialausgleichsschienen.
Geschlossene Wanne – das Bauwerk im erdberührten Bereich allseitig
umschließende Abdichtung
mit Bitumen oder Kunststoff, auch schwarze Wanne genannt oder eine Konstruktion aus wasserundurchlässigem
Beton (WU-Beton) auch
weisse Wanne genannt, sowie
Kombinationsabdichtungen
z.B. Bodenplatte aus WU-Beton in Kombination mit Abdichtungen an den
Kellerwänden.
Perimeterdämmung – Wärmedämmung, die den erdberührten Bereich des
Bauwerkes von außen
umschließt.
Werkstoffe für
Fundamenterder und
Anschlussteile (DIN 18014:2007-09)
-Rundstahl mit mindestens 10 mm Durchmesser (verzinkt oder unverzinkt)
-Bandstahl mit den Maßen 30 x 3,5 mm (verzinkt oder unverzinkt)
-Anschlussteile sind aus dauerhaft korrosionsgeschützten Materialien
auszuführen
Wird der Beton maschinell verdichtet, dürfen als Klemmverbindung keine
Keilverbinder verwendet
werden.
Werkstoffe für
Ringerder und
Anschlussteile(DIN 18014:2007-09)
-Rundstahl mit mindestens 10 mm
Durchmesser
-Bandstahl mit den Maßen 30 x 3,5 mm aus
nichtrostendem Edelstahl V4A (Werkstoffnummer 1.4571
oder mindestens gleichwertiges Material).
Feuerverzinktes
Material ist nicht zulässig.
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